Abokisten: Ab sofort leicht zu finden mit dem "Bio-Lieferservice"

ein Kleinlaster wird mit Gemüsekisten beladen
© BLE

Bio bringt`s!

Erleichtern Sie sich Ihren Alltag, sparen Sie Zeit und Nerven beim Einkauf und lassen Sie jemand anderen Ihre Einkäufe schleppen.

Wer sich zu Hause oder am Arbeitsplatz mit frischen und gesunden Bio-Lebensmitteln versorgen will, kann sich dabei durch einen Bio-Lieferdienst unterstützen lassen. Diese liefern Abo-Kisten mit  frischem Bio-Obst und -Gemüse einfach und bequem direkt an Ihre Haustür.

Aus der Region: Viele Abo-Kisten-Lieferdienste sind als Direktvermarktungsweg von Bio-Erzeuger gegründet worden. Andere Anbieter erzeugen ihre Produkte nicht selbst, haben aber feste Lieferbeziehungen mit Bio-Betrieben in ihrer Umgebung. Was saisonal und regional nicht zu bekommen ist, wird über den Naturkostgroßhandel zugekauft. So kann das ganze Jahr über ein vielfältiges Sortiment qualitativ hochwertiger Bio-Lebensmittel angeboten werden.

Der Kunde hat die Wahl: Häufig können die Abo-Kisten individuell zusammengestellt und um ein umfangreiches Naturkostsortiment erweitert werden. Egal ob Milchprodukte, Wurst und Brot, Nudeln oder Getränke – hier bekommen Sie alles, was sie in Ihrer Küche brauchen. Sie können sich aber auch einfach durch ein saisonales Gemüse- und/oder –Obst-Abo überraschen lassen.

Die Bestellung erfolgt per Telefon, Fax oder online. Einzelheiten zum Bestellverfahren und das aktuelle Angebot erfahren Sie vom jeweiligen Abokisten-Betrieb. Nutzen Sie unsere Suchfunktion unter „Bio-Lieferservice“ und finden Sie den Anbieter, der zu Ihnen liefert.

Lieferdienste mit Zuwachs

Die Gemüsekiste in Hemmingen bei Hannover vermarktet die Produkte von dreizehn Höfen aus der Region.

Abokisten und Lieferdienste erfreuen sich steigender Beliebtheit und haben sich professionalisiert. Beispiel Kampfelder Hof: Aus der Bioland-Gärtnerei heraus hat sich ein eigenständiges Unternehmen entwickelt, das die Ware von mehreren Biobetrieben vermarktet.

Immer mehr Deutsche nutzen Internet-Shops und Lieferdienste zum Einkaufen, auch bei Lebensmitteln. Abokisten entsprechen diesem Trend und zeigen ein beachtliches Wachstum. Sie verbinden ein bequemes Bestell- und Liefersystem mit der Nutzung des Internets. Zudem entsprechen sie dem Wunsch vieler Kunden nach optimaler Frische, kurzen Wegen und fairen Preisen.
Insgesamt entwickelt sich die Abokisten-Vermarktung sehr positiv. So äußerten sich die Teilnehmer einer Bioland-Veranstaltung zu Bio-Abokisten im November 2010 in Syke. Alleine die niedersächsischen Abokisten-Betriebe liefern nach Schätzungen einer Studie für das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen jede Woche über 10.000 Kisten aus. Die Gemüsekiste in Hemmingen bei Hannover bringt es mittlerweile auf 2.300 Lieferungen pro Woche. Mit dem Dioxin-Skan dal im Januar hat sie noch einmal regen Zulauf bekommen. "Da hatten wir jede Woche gut 20 neue Kunden", freut sich Mark Reinert, der für das Marketing bei der Gemüsekiste zuständig ist. Im letzten Jahr erwirtschaftete das Abokisten-Unternehmen einen Umsatz von 2,3 Mio. Euro, etwa so viel wie ein Bio-Supermarkt.

Gemeinsame Anbauplanung
Wie viele Abokisten-Lieferdienste hat die Gemüsekis te ihre n Ursprung in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Der Kampfelder Hof begann vor gut 20 Jahren, sein selbst erzeugtes Gemüse an etwa 30 Kunden auszuliefern. Heute, als eigenständiges Unternehmen, arbeitet die Gemüsekiste immer noch eng mit dem Bioland-Hof zusammen. Mittlerweile vermarktet sie Produkte von dreizehn ökologisch arbeitenden Höfen aus der Region und ist so zu einer Art "Verrnarktunqsqerneinschaft" geworden.
Auf einem Jahrestreffen wird das Ergebnis der Gemüsekiste aus dem vergangenen Jahr vorgestellt sowie über den Bedarf und die Anbauplanung für die nächste Saison gesprochen. In den letzten Jahren haben einige Bio-Betriebe ihre Produktion aufgrund der wachsenden Nachfrage ausgedehnt. "Wir sind gemeinsam mit unseren Lieferanten gewachsen.", blickt Mark Reinert auf die positive Entwicklung zurück.

Kommunikation und die richtige Einstellung
Bio-Gärtner Frederic Pein weiß aus seiner Erfahrung mit der Abokisten-Belieferung, dass neben Zuverlässigkeit und Schlagfertigkeit auch die Kommunikation für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sehr wichtig ist. "Da muss man sich drauf einlassen" , sagt er. Die Abstimmung zwischen Abokiste und Lieferanten erfolgt kontinuierlich: "Einmal in der Woche fragen wir bei unseren regionalen Lieferanten ab, welche Produkte gerade verfügbar sind ", schildert Mark Reinert den Ablauf. Das gibt einerseits Planungssicherheit, andererseits kann es für einige Produzenten aber auch problematisch sein. "Manchmal ist
es schwierig im Voraus einzuschätzen, was wir in der nächsten Woche in welcher Menge liefern können ", erläutert Franz Sautmann von der Gärtnerei
Kiebitz in Sehnde. Für ihn bietet die Abokiste insbesondere den Vorteil, einzelne Produkte auch in größeren Mengen absetzen zu können.

Frischer geht es nicht
Auch für die Frische der regionalen Produkte ist die enge Abstimmung zwischen dem Abokistenbetrieb und den lieferanten eindeutig von Vorteil. Durch das Abokisten-Bestellsystem werden bedarfsgerecht nur die Produkte geerntet, verpackt und ausgeliefert, die auch bestellt wurden.
Frischer geht es fast nicht mehr. Vom Zeitpunkt der Ernte bis zur Lieferung an die Haustür vergehen so bei der Gemüsekiste nur etwa 24 Stunden. Einige empfindliche Produkte wie Erdbeeren werden in der Saison sogar erst früh morgens gepflückt und sind dann schon am Mittag bei den ersten Kunden. ..Man muss termingenau arbeiten", beschreibt Ehler Lohmann den Anspruch bei der Abokisten-Belieferung.

Regionalität und Saisonalität als Dienstleistung
Die Standardkiste ist nach wie vor beliebt, weil dabei die Mitarbeiter der Gemüsekiste die Zusammenstellung der wöchentlichen Lieferung übernehmen. "Ihr wisst was regional und saisonal verfügbar ist", begründen viele Kunden ihre Entscheidung. Im Sommer stammen etwa 80 Prozent des Gemüses aus der Region. Im Winter reduziert sich der Anteil um die Hälfte und das Angebot wird schmaler. Trotzdem wollen einige Kunden auch dann ausschließlich regionale Produkte. Der Anteil liegt bei 10 bis 15 Prozent, schätzt Mark Reinert.

Vielfalt und faire Preise
Um ein möglichst breit es und langfristiges  Angebot von regionalen Bio-Produkten anbieten zu können , vermarkten Abokisten zumeist Produkte von mehreren regionalen Erzeugern. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit und enge Abstimmung bündelt nicht nur das vielfältige regionale Angebot, sondern fördert sogar die Vielfalt: "Wenn wir etwas Neues ausprobieren wollen, haben wir einen Teil des Absatzes schon sicher", so Ehler Lohmann. Der direkte Kontakt untereinander und die Ausschaltung der Zwischenhandelsstufen gewährleisten zudem faire Preise für Verbraucher und Produzent. Das erlebt auch Frederic Pein: "Die Spanne ist beim Abokisten-Handel lukrativer als bei der Belieferung des Großhandels." Und für die Abokisten lohnt es sich aus Sicht von Mark Reinert ebenso : "Der regionale Direktbezug ist in der Regel günstiger als der Großhandel."

Fazit: Abokisten können eine gute Ergänzung der regionalen Absatzwege für Bio-Gemüse sein. Für die Gemüseproduzenten bietet die langfristige partnerschaftliche Zusammenarbeit sichere Absatzchancen, verpflichtet aber auch. Die Belieferung fordert Vorausplanung. Wird das eigene Angebot nicht entsprechend ausgerichtet, kann es zu Konflikten mit anderen Vermarktungsschienen kommen. Wer sich auf die Abokisten-Belieferung einstellt, kann von der anhalten den Nachfrage und der Möglichkeit profitieren, auch größere Mengen punktgenau absetzten zu können.

Kathrin Spitzer
Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) in 

bioland/ April 2011

So funktioniert die Suche:

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3. Klicken Sie auf „Finden“.

Die Suchergebnisse werden Ihnen auf einer Karte rund um ihren Wohnort angezeigt. In einer Liste daneben finden Sie die Kontaktdaten und alle wesentlichen Angaben zu den Lieferdiensten.

Abokisten: Wer liefert wohin?

Seit Anfang des Jahres ist das Portal www.bioeinkaufen.de um eine Abokisten
-Suche erweitert worden. Interessierte können über die Eingabe der Postleitzahl ihres Wohnorts herausfinden, welche Lieferdienste und Abokisten zu ihnen nach Hause liefern . Oder natürlich auch an den Arbeitsplatz. Das Internetportal deckt Niedersachsen und Bremen ab. Neben Lieferdiensten findet man hier Hof- und Naturkostläden, Bäcker und Metzger, die biologische Produkte anbieten.
Bereits im September war der Online-Einkaufsführer um die Rubrik "BioGastronomie" erweitert worden. Der neue Service umfasst alle Abokistenbetriebe in Niedersachsen und Bremen , die sich am Portal beteiligen. Das Land Niedersachsen hat die Erweiterung des Portals finanziell unterstützt.
Der neue Service wurde in den Geschäftsräumen der Gemüsekiste Hartmann
& Rönicke GmbH in Hemmingen Hiddestorf bei Hannover vorgestellt. Die
Gemüsekiste ist der größte Bio-Abokisten-Vertrieb in Niedersachsen (siehe
Hauptartikel, links) . Durch die stetig steigende Kundenzahl und den damit steigendem Warenfluss war der alte Firmensitz zu klein geworden und die Gemüsekiste zog in neue Geschäftsräume um. Wie auch im Fall der Gemüsekiste sind viele Abokisten- Lieferdienste als Direktvermarktungs­weg von Erzeugern gegründet worden. Andere Anbiet er erzeugen ihre Produkte nicht selbst, haben aber feste Lieferbeziehun gen mit Bio-Betrieben in ihrer Umgebung .
www.bioeinkaufen.de